Die Aufregung beginnt

Beim Ostseeman Glücksburg werden zwei Distanzen angeboten, die Langdistanz mit 3,8 km Schwimmen, 180 km Rad fahren und 42,195 km Laufen. Und der Ostseeman 113, eine Mitteldistanz von 1,9 km Schwimmen, 90 km Rad fahren und 21,1 km Laufen.

Am Samstagmorgen, einem Tag vor dem Wettkampf stand ich zum ersten Mal am Veranstaltungsort, wo bereits alles vorbereitet war. Zum Glück startete auch Steffen Wetzel auf der Langdistanz. Er kennt den Veranstaltungsort, die Veranstalter und die Umgebung sehr gut. Steffen war nicht zum ersten Mal hier auf der Langdistanz am Start.

Am besagten Morgen schwammen wir uns zusammen in der Ostsee ein, fuhren eine Runde auf der Radstrecke und liefen die Laufstrecke ab. Besonders die Radstrecke hatte es in sich. Es gibt viele Steigungen und Abfahrten mit scharfen Kurven und Abzweigungen.

Nach der Wettkampfbesprechung und der Abholung der Startunterlagen bereiteten wir die Wechselzone vor und gaben unsere Rennräder ab. Hier summte der ganze Veranstaltungsort bereits voller aufgeregter Triathleten und freudigen Wiedersehen. Alle freuten sich auf das Rennen und die große Herausforderung.

Gleich geht’s los

Sonntag morgens trafen wir um kurz vor sechs in der Wechselzone ein. Wir prüften den Druck in den Reifen unserer Rennräder und bestückten unsere Wechselbeutel mit den letzten Utensilien.

Die Stimmung war so früh am Morgen ganz besonders, die eher ruhige, klassische, fast heroische Musik trug ihren Teil bei. Kurz vor dem Start der Langdistanz wurden die Nationalhymnen aller Teilnehmer abgespielt und mich beeindruckten die vielen internationale Teilnehmer. Von Schottland über Israel bis Südafrika waren insgesamt 18 verschiedene Nationen vertreten. Dann erfolgte schon der Startschuss um 7 Uhr für Steffen.

Ich bekam bei der gespannten Stimmung und dem beeindruckenden Anblick der vielen Schwimmer, die hinaus auf der Ostsee verschwanden Gänsehaut. 20 Minuten später wurde der Countdown für meinen Start herunter gezählt. Der Massenstart war sehr voll und stressig. Ich suchte mir eine ruhige Ecke und nahm Umwege in Kauf. Ich konnte so aber nach 00:38:24 h aus dem Wasser laufen. Meine Familie stand am Streckenrand und feuerte mich auf dem Weg zur Wechselzone eifrig an. Schon ging es auf die Radstrecke, die pro Runde 30 km beinhaltete.

Der Rennverlauf

Steffen absolvierte auf der Schwimmstrecke zwei Runden und kam nach 1:13:42 h aus dem Wasser. Die Radstrecke war bereits sehr voll und es war gar nicht so einfach die 12m Abstand aufgrund des Windschattenverbotes zum nächsten Triathleten einzuhalten. Zu Beginn meiner dritten Runde überholte mich Steffen und feuerte mich noch im Vorbeifahren an. Er musste die Strecke 6 Mal durchfahren.

Für mich war es ein neues Erlebnis auf der Radstrecke so sehr von Zuschauern angefeuert zu werden. Überall standen Leute am Streckenrand und feierten mit lauter Musik. Einige hatten ihre Picknicktische aufgebaut und bejubelten die vorbeifahrenden Triathleten. Besonders in der Stadt wurde die Straße zu beiden Seiten von Zuschauern gesäumt und so flogen die Kilometer nur so.

Nach 2:50:17 h beendete ich meine letzte Runde und wechselte nach der Wechselzone auf die Laufstrecke. Diese zählt nicht ohne Grund zu den schönsten Routen Deutschlands. Es ging an der Kurpromenade direkt am Wasser entlang über die Innenstadt Richtung Schlosssee. Die bergige Route war sehr anstrengend, aber dafür führte die Strecke durch kühle, schattige Wälder. Die Mitteldistanz umfasste drei Runden und jedes Mal genoss ich die Strecke direkt am Wasser. Das Laufen ging nach dem Rad fahren erstaunlich leicht. Ich spürte erst ab Kilometer 17 recht deutlich die Erschöpfung.

Doch besonders die letzten Kilometer wurde ich von der großartigen Stimmung, den Besuchern und der Musik nach 1:50:52 h förmlich ins Ziel getragen. So beendete ich meine Mitteldistanz nach insgesamt 05:27:14 h und als zweite meiner Altersklasse (AK 20).

Geschafft!

Nachdem ich mich erfrischt und erholt hatte, ging ich zurück an die Laufstrecke, wo Steffen mittlerweile seinen Marathon beschritt. Zum Abschluss nach den 180 km Rad fahren, die er in einer Zeit von 05:00:03h gemeistert hatte. Wir alle am Streckenrand fieberten und fühlten mit den Triathleten mit, die sich nach den zwei vorherigen Disziplinen nun durch die letzte, den 42,1km kämpften. Es war unglaublich beeindruckend!

Steffen Wetzel beendete seine letzte von insgesamt fünf Runden mit einer Zeit von 03:52:56 h und einer Zielzeit von 10:12:55 h. Er belegte so den 6. Platz seiner Altersklasse (AK 40).

Dieser Tag war voller aufregender, emotionaler Momente. Wieder einmal beweist der Sport Triathlon, das er einfach ganz besonders ist und vor allem süchtig macht! :)

Vielen Dank für jede Unterstützung, besonders von Trainer Steffen Wetzel und der gesamten Triathlon Sparte von Blau-Weiss Buchholz!